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Vom Kriege

Erster Teil
Erstes Buch
Über die Natur des Krieges
Zweites Buch
Über die Theorie des Krieges
Drittes Buch
Von der Strategie überhaupt
Viertes Buch
Das Gefecht
Zweiter Teil
Fünftes Buch
Die Streitkräfte
Sechstes Buch
Verteidigung
Dritter Teil

Skizzen zum siebenten Buche
Der Angriff
1. Kapitel
Der Angriff in Beziehung auf die Verteidigung
2. Kapitel
Natur des strategischen Angriffs
3. Kapitel
Vom Gegenstande des strategischen Angriffs
4. Kapitel
Abnehmende Kraft des Angriffs
5. Kapitel
Kulminationspunkt des Angriffs
6. Kapitel
Vernichtung der feindlichen Streitkräfte
7. Kapitel
Die Offensivschlacht
8. Kapitel
Flußübergänge
9. Kapitel
Angriff von Defensivstellungen
10. Kapitel
Angriff verschanzter Lager
11. Kapitel
Angriff eines Gebirges
12. Kapitel
Angriff von Linienkordons
13. Kapitel
Manövrieren
14. Kapitel
Angriff von Morästen, Überschwemmungen, Wäldern
15. Kapitel
Angriff eines Kriegstheaters mit Entscheidung
16. Kapitel
Angriff eines Kriegstheaters ohne Entscheidung
17. Kapitel
Angriff von Festungen
18. Kapitel
Angriff von Transporten
19. Kapitel
Angriff einer feindlichen Armee in Quartieren

20. Kapitel
Diversion
21. Kapitel
Invasion
Über den Kulminationspunkt des Sieges

Achtes Buch
Kriegsplan
 

 



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5. Kapitel

Kulminationspunkt des Angriffs

Der Erfolg im Angriff ist das Resultat einer vorhandenen Überlegenheit, wohlverstanden physische und moralische Kräfte zusammengenommen. Wir haben im vorigen Kapitel gezeigt, daß sich die Kraft des Angriffs nach und nach erschöpft; möglicherweise kann die Überlegenheit dabei wachsen, aber in der großen Mehrheit der Fälle wird sie abnehmen. Der Angreifende kauft Friedensvorteile ein, die ihm bei den Unterhandlungen etwas gelten sollen, die er aber auf der Stelle bar mit seinen Streitkräften bezahlen muß. Führt dieses im Vorteil des Angriffs sich täglich vermindernde Übergewicht bis zum Frieden, so ist der Zweck erreicht. - Es gibt strategische Angriffe, die unmittelbar zum Frieden geführt haben - aber die wenigsten sind von der Art, und die meisten führen nur bis zu einem Punkt, wo die Kräfte noch eben hinreichen, sich in der Verteidigung zu halten und den Frieden abzuwarten. - Jenseits dieses Punktes liegt der Umschwung, der Rückschlag; die Gewalt eines solchen Rückschlages ist gewöhnlich viel größer, als die Kraft des Stoßes war. Dies nennen wir den Kulminationspunkt des Angriffs. - Da der Zweck des Angriffs der Besitz des feindlichen Landes ist, so folgt, daß das Vorschreiten solange dauern muß, bis die Überlegenheit erschöpft ist; dies treibt also an das Ziel und kann auch leicht darüber hinausführen. - Bedenkt man, aus wieviel Elementen die Gleichung der Kräfte zusammengesetzt ist, so begreift man, wie schwer es in manchen Fällen auszumachen ist, wer von beiden die Überlegenheit auf seiner Seite hat. Oft hängt alles an dem seidenen Faden der Einbildung.

Es kommt also alles darauf an, den Kulminationspunkt mit einem feinen Takt des Urteils herauszufühlen. - Hier stoßen wir auf einen scheinbaren Widerspruch. - Die Verteidigung ist stärker als der Angriff, man sollte also glauben, daß dieser nie zu weit führen könne, denn solange die schwächere Form stark genug bleibt, ist man es ja für die stärkere um so mehr *.

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* Hier folgt in dem Manuskript die Stelle:

»Entwicklung diese Gegenstandes nach B.III., in dem Aufsatz über den Kulminationspunkt des Sieges.« Unter diesem Titel findet sich nun in einem Umschlage mit der Aufschrift: einzelne Abhandlungen als Materialien ein Aufsatz welcher eine Bearbeitung des hier nur skizzierten Kapitels zu sein scheint und am Ende des siebenten Buches abgedruckt ist. Anmerkung der Herausgeberin.

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