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Vom Kriege

Erster Teil
Erstes Buch
Über die Natur des Krieges
Zweites Buch
Über die Theorie des Krieges
Drittes Buch
Von der Strategie überhaupt
Viertes Buch
Das Gefecht
Zweiter Teil
Fünftes Buch
Die Streitkräfte
Sechstes Buch
Verteidigung
Dritter Teil

Skizzen zum siebenten Buche
Der Angriff
1. Kapitel
Der Angriff in Beziehung auf die Verteidigung
2. Kapitel
Natur des strategischen Angriffs
3. Kapitel
Vom Gegenstande des strategischen Angriffs
4. Kapitel
Abnehmende Kraft des Angriffs
5. Kapitel
Kulminationspunkt des Angriffs
6. Kapitel
Vernichtung der feindlichen Streitkräfte
7. Kapitel
Die Offensivschlacht
8. Kapitel
Flußübergänge
9. Kapitel
Angriff von Defensivstellungen
10. Kapitel
Angriff verschanzter Lager
11. Kapitel
Angriff eines Gebirges
12. Kapitel
Angriff von Linienkordons
13. Kapitel
Manövrieren
14. Kapitel
Angriff von Morästen, Überschwemmungen, Wäldern
15. Kapitel
Angriff eines Kriegstheaters mit Entscheidung
16. Kapitel
Angriff eines Kriegstheaters ohne Entscheidung
17. Kapitel
Angriff von Festungen
18. Kapitel
Angriff von Transporten
19. Kapitel
Angriff einer feindlichen Armee in Quartieren

20. Kapitel
Diversion
21. Kapitel
Invasion
Über den Kulminationspunkt des Sieges

Achtes Buch
Kriegsplan
 

 



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12. Kapitel

Angriff von Linienkordons

Wenn in ihrer Verteidigung und in ihrem Angriff eine Hauptentscheidung enthalten sein soll, so gereichen sie dem Angreifenden zu einem wahren Vorteil, denn ihre übernatürliche Ausdehnung widerspricht noch mehr als die unmittelbare Fluß- oder Gebirgsverteidigung allen Erfordernissen einer entscheidenden Schlacht. Eugens Linien von Denain 1712 sind wohl hierher zu zählen, denn ihr Verlust glich einer verlorenen Schlacht vollkommen, schwerlich aber hätte Villars in einer konzentrierten Stellung gegen Eugen diesen Sieg erfochten. Wo die Mittel zu einer entscheidenden Schlacht nicht im Angriff liegen, da sind selbst Linien respektiert, wenn sie nämlich von der feindlichen Hauptarmee besetzt sind, wie die von Stollhofen unter Ludwig von Baden im Jahre 1703 selbst von Villars respektiert wurden. Sind sie aber nur von einer untergeordneten Streitkraft besetzt, so kommt freilich alles auf die Stärke des Korps an, welches man zu ihrem Angriff verwenden kann. Der Widerstand ist dann meistens nicht groß, aber freilich das Resultat des Sieges auch selten viel wert.

Die Zirkumvallationslinien der Belagerer haben einen eigenen Charakter, wovon in dem Kapitel vom Angriff eines Kriegstheaters gesprochen werden soll.

Alle kordonartigen Aufstellungen, z.B. verstärkte Vorpostenlinien usw., haben immer das Eigentümliche, daß sie leicht zu sprengen sind; aber wenn es nicht geschieht, um weiter vorzudringen und eine Entscheidung daraus zu nehmen, so geben sie nur einen schwachen Erfolg, der meistens nicht der Mühe wert ist, die man darauf gewendet hat.